Tasmanische Tigerotter ::



Die monatliche Web-Statistik zeigt einen interessanten Trend. Vor den Urlaubsfreuden steht das Interesse um die eigene Sicherheit auf Reisen. Australien scheint bekannt für seine giftigen Tiere. Insbesondere die Schlangen haben es potentiellen Australien-Urlaubern angetan.
Im folgenden ein paar Infos über die Tigerotter und meine persönlichen Erfahrungen mit Schlangen in Tasmanien. Und als besonderer Leckerbissen ein kurzes Video.

Video Tasmanische Tigerotter

Die Schwarze Tigerotter (Nochetis atra) zählt zu den giftigsten Schlangen der Welt. Sie ist die viert-giftigste Schlange ganz Australiens. Sie sonnt sich gerne draußen auf Steinen, Wanderwegen und Straßen. Deshalb sieht man sie leider viel zu oft überfahren an den Straßenrändern.

Der Lebensraum der Tigerotter erstreckt sich auf Berge und Ebenen, Steppen und Buschland. Sie bevorzugt jedoch Habitate in Flusstälern Tasmaniens, wo es genügend Frösche, Echsen und Ratten gibt. Im April und Mai bringen die Schlangen sechs bis zwölf lebende Junge zur Welt. Je nach Verbreitungsgebiet erschweren unterschiedliche Größe und Färbung die eindeutige Bestimmung.

Die tasmanische, schwarze Tigerotter ist auf Grund ihrer schwarzen Rückenfarbe leicht mit der Black Snake (Schwarzotter) zu verwechseln. Durch das kühlere Klima in Tasmanien, hat sich im Laufe der Evolution diese dunklere Spezies durchgesetzt. Die auf dem Rücken komplett schwarz gefärbte tasmanische Tigerotter kann mehr Licht absorbieren, und wärmt sich deshalb schneller auf. Die schwarze Tigerschlange findet man deshalb nur noch in kühleren Regionen in Süd- und Westaustraliens.

Auch bei der Größe gibt es starke, regionale Unterschiede. Die schwarze Tigerotter wird im Schnitt etwa 1,2 Meter lang. Exemplare von bis zu 2 Meter sind jedoch nicht ungewöhnlich. Auf Cape Barren Island, einer kleinen Inselgruppe vor der Nordost-Küste Tasmaniens, findet man die größten Exemplare.

Ihre Diät besteht hauptsächlich aus jungen Sturmtauchern, die sie in den Bruthöhlen erbeutet. Die Schlange besitzt zwei Gift-Zähne. Diese sind stark gefurcht und formen einen Kanal durch den die Schlange, bei Bedarf, ihr neurotoxisches Gift in die Bisswunde leiten kann.

Das Gift lähmt das Nervensystem. Es enthält außerdem Blutgerinnungshemmstoffe, die Thrombosen erzeugen. Wird eine Person gebissen, tritt zunächst Übelkeit und Erbrechen auf, gefolgt von Kopfweh und Atemschwierigkeiten. Im weitern Verlauf führen Lähmungserscheinungen, Leberversagen und Atemstillstand zum Tod.

Die Angst vor Schlangen ist gerade bei uns Europäern stark ausgeprägt. Deshalb ist die Frage nach den Schlangen oft eine der Ersten, die ich nach Ankunft meiner Gäste in Tasmanien gestellt bekomme.

Die Schwarze Tigerotter beißt nur wenn sie sich bedroht fühlt. Meistens injiziert sie nicht einmal Gift. Nur bei sehr widerspenstiger Beute, und sehr selten bei Verteidigungsbissen gegenüber Menschen wird das Gift eingesetzt. Die Produktion des Giftes ist für die Schlange sehr energieaufwändig und es dauert einige Tage bis die Reserven wieder aufgefüllt sind. Sie wird es deshalb nur im äußersten Notfall einsetzen.

Die Gefahr, die von Schlangen auf Tasmanien ausgeht sollte weder über- noch unterschätzt werden. Wir Menschen gehören definitiv nicht zum Beutespektrum dieser Reptilien. Ein Biss wird also nur im Falle der Verteidigung erfolgen. Generell sollte man deshalb darauf bedacht sein, wo man hintritt. Die Tigerotter vermeidet in den meisten Fällen den Kontakt mit Menschen und zieht sich, bevor wir Menschen die Schlange überhaupt sehen, zurück. Sieht man eine Schlange zuerst, kann man davon ausgehen, dass sie einen nicht bemerkt hat. Dann sollte man sich ruhig verhalten und der Schlange entweder Zeit lassen sich zurück zu ziehen, oder sie weiträumig umgehen.

Durch unsere ausgedehnten Fischzüge sind wir oft in den bevorzugten Schlangen-Revieren entlang der Flüsse und Seen Tasmaniens unterwegs.Das Terrain ist oft stark bewachsen, felsig und schwierig zu begehen. Hin und wieder sehen wir Schlangen. Sobald sie uns bemerken, ziehen sie sich zurück. Zu einer gefährlichen Begegnung kam es bis jetzt noch nie. Besondere Vorsicht ist in der Paarungszeit, zwischen Januar und Februar geboten. Die Schlangen sind dann sehr aktiv, und geben einen Teil ihres sonst sehr defensiven Verhaltens auf.

Im Falle eines Bisses wird ein Druckverband über die Bisswunde angelegt, der die Abgabe des Giftes in den Blutkreislauf verlangsamen soll. Dadurch gewinnt man Zeit den Transport in ein Krankenhaus zu organisieren, wo erst festgestellt werden muss, ob überhaupt Gift injiziert wurde. Eine Antiserumgabe ohne Giftinjektion hätte verheerende Folgen. Der letzte, tödlich verlaufende Schlangenbiss-Unfall ereignete sich im Jahre 1977 und betraf einen Reptilien-Sammler. 1930 wurde das erste Tigerotter Antiserum entwickelt.


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