Der letzte tasmanische Tiger, † 7. September 1936 ::

Am 7. September jährt sich ein trauriges Ereignis in Tasmaniens Geschichte. Vor 75 Jahren verendete der letzte tasmanische Tiger (Thylacinus cynocephalus, Harris, 1808) im Beaumaris Zoo in Hobart. Das Schicksal dieser außergewöhnlichen Tierart wurde jedoch mehr als einhundert Jahre zuvor, mit der Kolonialisierung Tasmaniens besiegelt.

Der tasmanische Tiger war zu Lebzeiten das größte, fleischfressende Beuteltier. Anfang des 1900 Jahrhunderts war diese Tierart nur noch in Tasmanien zu finden, während sie einst auch auf dem australischen Festland und in Papua Neuguinea beheimatet war. Bis zum heutigen Tage ist nicht geklärt ob der tasmanische Tiger tatsächlich die schaf-reißende Bestie war, deren Ausrottung unter anderem über Kopfprämien erfolgte, oder ein eher harmloser, scheuer Fleischfresser, der wie sein naher Verwandter, der tasmanische Teufel, eher Aas bevorzugte. Die wissenschaftlichen Untersuchungen belegen sowohl die eine als auch die andere Verhaltensweise. Noch bis zum heutigen Tage sind die Diskussionen emotional geprägt. Im Zweifel entschied man sich damals gegen den Angeklagten. Ironischerweise wurde der tasmanische Tiger erst im Jahr 1936, also im Jahr seiner Ausrottung, per Gesetz unter Schutz gestellt. Parallelen mit der indigenen Bevölkerung sind rein zufällig.

Der ehemalige Beaumaris Zoo Hobart ist heute eine Brachfläche. Er befand sich auf der Queens Domain, ganz in der Nähe vom Government House und dem Botanischen Garten. Nur das eiserne Tor mit der Aufschrift Beaumaris Zoo erinnert noch an die vergangenen Tage. Die einzigen Tiger, die heute dort gerne verkehren sind Papiertiger der Gattung Makler und Spekulant. Die Chroniken belegen, dass der Glanz des Beaumaris Zoo Mitte der Dreißiger-Jahre am verblassen war. Die Tiere litten unter Kälte und mangelnder Zuwendung. Insbesondere das letzte, noch vorhandene weibliche Exemplar eines tasmanischen Tigers. Trauriger hätte diese Geschichte nicht enden können.

Dies ist ein Exempel für die Ausrottung einer sehr seltenen Tierart in jüngster Geschichte. So gut wie nichts ist über diese Tierart bekannt, geschweige denn wissenschaftlich seriös untersucht. Noch immer hofft man ein lebendes Exemplar in den weitläufigen und unbesiedelten Gebieten Tasmaniens zu finden. Eine Prämie von mittlerweile 1.5 Millonen australische Dollar wurde für ein aktuelles Foto eines tasmanischen Tigers von der Landesregierung ausgelobt.

Ob der neue Hollywood-Film "The Hunter", mit Willem Dafoe und Sam Neill in den Hauptrollen, und in Tasmanien gedreht eine neue Tiger-Euphorie auslösen wird, muß ebenfalls bezweifelt werden. Der Titel verspricht nichts Gutes…

Interessanter liest sich schon eher die Geschichte von Tim Squires, der diese wunderschönen Zeichnungen des tasmanischen Tigers anfertigte, und die auf meinen Internetseiten zu sehen sind. Seine Studien sämtlicher noch vorhandener Dokumentationen, Zeichnungen und Präparate in zoologischen Sammlungen Australiens hatte den Zweck eine möglichst detailgetreue Abbildung eines tasmanischen Tigers zu fertigen. Der Besuch des Museums in Adelaide brachte den Durchbruch. Ein Fell, welches seit 1912 in einem speziellen Schrank, vor UV-Licht geschützt aufbewahrt wird, und in welchem die natürlichen Farben besonders gut konserviert sind inspirierte Tim auf außergewöhnliche Weise. Ganze sechs Monate verbrachte er ausschließlich mit der Zeichnung des Beutelwolfes. Der Aufwand hat sich gelohnt. Auf keinem anderen Bilddokument, das den tasmanischen Tiger zeigt, können sie authentischer Auge in Auge mit einer ausgestorbenen Tierart gehen.



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