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27.10.2012 Echter, tasmanischer Wasabi

Der japanische Meerrettich, besser bekannt als Wasabi, (lateinisch,Wasabia japonica (Miq.) Matsum.) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae), wie der europäische Meerrettich.

Beide Pflanzen besitzen dieses scharfe Aroma. Dies ist auch der Grund warum findige Unternehmer im Zeitalter des Massen-Sushi einfach Meerrettich und grünen Farbstoff mixen und daraus so genannte Wasabi-Paste fertigen.
Das echte Wasabi-Aroma ist jedoch viel komplexer und feiner. Das Kleingedruckte auf den Packungen gibt meist eindeutigen Aufschluss.

Wasabi und Sushi gehören zusammen wie Knödel und Sauerbraten. In Tasmanien findet ein kommerzieller Anbau statt, ein Nischen-Markt. Produktfrische ist ein absolutes Muß. Ich verwende ihn mit Vorliebe zu frischem, heiß-geräuchertem Fisch wie Forellen oder Makrelen.
Und dann ist da noch die Prozedur des Reibens auf diesem faszinierenden Küchenutensil dessen Reibeflache aus Hai-, oder Rochenhaut gefertigt ist. Japanische Esskultur pur!


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25.07.2012 Theater of the World - David Walsh macht wieder Schlagzeilen

David Dominic Walsh und sein Museum of Old and Modern Art (MONA) machen wieder Schlagzeilen

Die neue Ausstellung, Theater of the World, unter dem französischen Star-Kurator Jean-Hubert Martin wurde schon im Vorfeld als Superlative gefeiert . David Walsh und Jean-Hubert Martin machen keinen Hehl daraus das gängige Museums Konzept revolutionieren zu wollen. Der Verzicht auf jegliche Dokumentation der Exponate, und neben anderen Kuriositäten, die zur Schaustellung eines Werks von Picasso neben einer Aborigine Maske, sollen dem Besucher einen neuen, und vor allem unvoreingenommenen Zugang zur Kunst ermöglichen.

Die Eröffnung der neuen Ausstellung fiel in etwa zeitgleich mit der Ankündigung der australischen Finanzbehörde, David Walshs Glückspieleinnahmen aus den Jahren 2004 bis 2007 zu besteuern. Die Rede ist von knapp 40 Millionen Australischen Dollar an Nachforderungen für den genannten Zeitraum. Bisher galt in Australien Steuerfreiheit auf Glücksspielgewinne.

David Walsh gibt sich zuversichtlich eine Einigung mit der Finanzbehörde zu erzielen. Als professioneller Glücksspieler kennt er sich mit Risikoabwägung und Risikobereitschaft bestens aus. Nach dem furiosen Start von MONA im Jahre 2011, und ohne Zweifel die Attraktion von Tasmanien überhaupt, stellen sich sämtliche Politgrößen an Walshs Seite und bekunden ihre Solidarität. Ein Schelm wer bei diesen Winkelzügen auf die Idee kommen könnte der Glücksspieler Walsh verlagert seine systematischen und auf Rechenmodellen basierten Einsätze auch auf das Schicksal des hochgefeierten Museums. Schon jetzt wird öffentlich darüber spekuliert, sollte die Finanzbehörde eine harte Linie fahren und auf die Nachzahlungen pochen, so dürfe der Fortbestand von MONA unter keinen Umständen gefährdet werden.

Rückblende: " Eines ist für David Walsh jedoch sicher. Die Fundamente des Neubaus befinden sich in nur einem Meter Höhe über dem Wasserspiegel. Sollte die Nachwelt Gefallen an der Sammlung entwickeln, müssen bei steigenden Meeresspiegeln Vorkehrungen getroffen werden, die Sammlung vor dem Ruin zu bewahren." Ob der steigende Meeresspiegel bei der Eröffnung schon als Metapher diente, lasse ich einmal dahin gestellt.


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04.09.2011 Tasmaniens wilder Westen - Wagyu Rind von Hammond Farms

Schon so manch gutes Stück Rindfleisch wurde von uns verarbeitet und verzehrt. Unter anderem unsere eigenen, einjährigen Galloway-Rinder aus Freilandhaltung. Was wir jedoch kürzlich erworben haben schlägt alle Geschmacks-Rekorde in Sachen Rindfleisch.

John und Keith Hammond halten auf Robbins Island im Nordwesten Tasmaniens eine Herde Wagyu Rinder. Der Betrieb ist schon seit über 100 Jahren im Familienbesitz. Die Rinder wachsen unter fast identischen Bedingungen wie die hochgepriesenen pré-salé Lämmer im Westen Frankreichs, bei Mont Saint-Michel auf. Normalerweise werden die besonders in Japan geschätzten Wagyu-Rinder in speziellen Fütterungsanlagen aufgepäppelt. Das Original Kobe-Rindfleisch kann einen Kilopreis von bis zu 600 Euro erzielen.

Auf Robbins Island ernähren sich die Wagyu-Rinder von Gräsern und Kräutern der umliegenden Salzmarschen. Dies hebt den Geschmack des Fleisches, welches wegen seiner Fett-Marmorierung, und natürlich wegen seines Geschmacks so hoch geschätzt wird auf eine noch höhere Ebene. Die Zubereitungsarten sind schier unerschöpflich während Fehler in der Zubereitung nicht verziehen werden. Die Koch-, Brat-, und Garzeiten sollten in Sekunden anstelle Minuten angegeben werden. Wer sich unsicher fühlt sollte beim Carpaccio bleiben.


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31.08.2011 Über allen Gipfeln ist Ruh, In allen Wipfeln…Tasmanische Waldansichten

Kein anderes Thema hat die Tasmanier in den letzten 30 Jahren mehr beschäftigt wie ihr Wald. Eine Neuausrichtung der Forstwirtschaft scheint nun mit dem geplanten, aber heftigst umstrittenen Ausstieg aus der Abholzung von Bäumen aus Urwäldern in Sicht. Aber schon bei der Frage was eigentlich als Urwald bezeichnet werden kann, streiten sich die Beteiligten. Zählen zum Beispiel die vor 40 oder 50 Jahren im Kahlschlagverfahren abgeholzten, und teilweise naturverjüngten Bestände dazu? Dies ist nur einer der Knackpunkte mit der sich die hiesigen Politiker, und seit neuestem auch die Bundesregierung in Canberra auseinandersetzen müssen.

Die Klimadebatte und Australiens geplante CO2-Steuer tun ihr übriges um die schon mit härtesten Bandagen geführten Verhandlungen weiter zu verschärfen. Verhandelt wird über ein Schutzabkommen für ein etwa 500.000 Hektar großes Reservat, welches von jeglicher Nutzung ausgeschlossen werden soll. Tasmaniens Tourismusindustrie wirbt zwar immer mit verblüffendem Zahlenwerk im Bezug auf seine Gebiete, die unter verschiedenen Naturschutzkategorien fallen. Tatsache ist jedoch, dass in vielen dieser Gebiete eingeschränkte Forstwirtschaft erlaubt ist. Manchmal mit negativen Folgen für das jeweilige Öko-System.

Der große Plan sieht vor die traditionelle Forst-Industrie mit einem mehreren hundert Millionen Dollar schweren Paket zu entschädigen um einen Ausstieg zu ermöglichen. Für viele Bürger völlig unverständlich dabei ist die Forderung einer Firma, die den Löwenanteil dieser Entschädigung für sich beansprucht. Etliche Millionen Dollar an direkten und indirekten Subventionen sind durch weit verzweigte Subunternehmen, sowie die staatliche Forstbehörde Forestry Tasmania in den letzten Jahrzehnten an die börsennotierte Firma Gunns geflossen. In vergangen Zeiten, als die Geschäfte noch gut liefen, teilten sich Forestry Tasmania und Gunns den Markt. Angesichts eines enormen Kostendrucks und steigender Konkurrenz gerade aus Asien schreiben diese Unternehmen in den letzten Jahren tiefrote Zahlen. Der Aktienkurs der Firma Gunns hat sich seit 2008 halbiert. Der Umgangston wird zunehmend rau, und man scheut man sich dieser Tage nicht mehr auch öffentlich, über die Medien, schmutzige Wäsche zu waschen.

Den schwarzen Peter bekommen dabei die australischen Grünen zugeteilt. Der grüne, tasmanische Senator Bob Brown, in jungen Jahren selbst aktiver Protestler, gibt mit seinen Medienauftritten die ideale Zielscheibe für die Hardliner der Weiter-so-Politik. Anstatt die Suche nach dem Schuldigen dieser Misere ins Unendliche fortzusetzen, und sich um die Abfindungen zu zanken sollten die Beteiligten akzeptieren, dass im Endeffekt der Markt bestimmt welche forstlichen Produkte gefragt sind. Die starke Konzentration auf den Export von Hackschnitzeln hat im wesentlichen zu dieser Schieflage beigetragen. Seit Tagen ist der Handel mit Aktien der Firma Gunns ausgesetzt. Man wartet auf die Entscheidung über die eventuelle Entschädigung. Das Unternehmen hat schon in großem Umfang Werte veräußert um Kapital für eine geplante Papierfabrik im Norden Tasmaniens aufzustocken. Das Projekt wurde unter großem und anhaltendem Protest im Eilverfahren vom damaligen Premierminister Paul Lennon genehmigt.

Die ganze Geschichte hat ein Gschmäckle, wie der Schwabe zu sagen pflegt…


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03.07.2011 Wer anderen eine Grube gräbt-Tasmanische Falltür-Spinne
Es gibt viele Tiere, die clevere und effektive Überlebenstechniken anwenden. Doch nur wenige kommen der tasmanischen Falltür-Spinne (engl. Trapdoor-Spider) gleich.

Ihr Name ist Programm. Falltür-Spinnen leben in bis zu 30cm tiefen, selbstgegrabenen Wohnröhren in der Erde. Die Vorderbeine der Falltür-Spinne sind an den Enden abgeflacht und eignen sich hervorragend zum Graben. Der Tunnel ist an der Oberfläche mit einem Deckel aus Spinnfäden abgedeckt, den die Spinne an einem Spinnfaden-Scharnier mühelos öffnen, und wieder schließen kann. Um den Eingang ihres Baus spannt sie Spinnfäden-Stolperdrähte.

Wenn nun ein Beutetier, z.B. ein Insekt, einen der Stolperdrähte auslöst, kann die Spinne ihre Beute zuverlässig orten. Blitzschnell wirft sie den Deckel hoch, und packt das Opfer mit ihren Fängen Wenn das Insekt tot ist wird es, wenn möglich, in den Bau gezogen und auf der Stelle verzehrt. Widerspenstige Beute wird mit einem Gift gelähmt. Man sollte deshalb direkten Kontakt mit den Tieren meiden. Fühlen sie sich provoziert können sie beißen. Unter Umständen kann es zu starken, allergischen Reaktionen nach einem Biss beim Menschen kommen.

Die Falltür-Spinne erreicht eine maximale Größe von fünf Zentimetern. Dennoch sieht sie mit ihrem dunklen, haarigen Körper, dickem Hinterleib und kurzen Beinen gefährlich aus. Ihr Aussehen erinnert stark an eine Tarantel.

Geschlechtsreife, männliche Falltür-Spinnen begeben sich in den wärmeren Monaten auf Partnersuche. Nach der Paarung, welche im weiblichen Bau stattfindet, muss sich das Männchen sputen, um dem hungrigen Weibchen zu entkommen. Nach einiger Zeit erfolgt die Eiablage. Sind die Jungen geschlüpft fangen diese sofort damit an ihren eigenen Bau zu graben. Dieser Bau bleibt für immer ihr Zuhause. Wird die Behausung zu eng, wird einfach ein Stück erweitert.


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03.07.2011 Ein Stern für Errol Flynn auf Tasmaniens Walk fo Fame
Tasmaniens Walk of Fame hat nur einen Stern. Dafür aber einen umso gewichtigeren. Er gehört Errol Flynn, dem berühmten Schauspieler, der 1909 in Hobart, Tasmanien geboren wurde und gerade 50 Jahre alt, 1959 in Vancouver, Kanada an einem Herzversagen verstarb.

Zum 100 Geburtstag von Errol Flynn, im Jahre 2009, organisierte die in Hobart ansässige Errol Flynn Gesellschaft ein 10-Tageprogramm zu Ehren des Schauspielers. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten enthüllte seine Tochter Rory Flynn mit ihrem Sohn Sean Rio vor dem State Cinema (vormals The Picture Palace), in North Hobart unter einem großem Medienspektakel, den einzigen Stern auf Tasmaniens Walk of Fame.

Seit zwei Jahren stolpere ich nun mehrmals die Woche am State Cinema über diesen Stein und nehme mir vor darüber zu schreiben, da wir nicht weit vom State Cinema entfernt wohnen. Heute endlich war mein Tag…


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02.07.2011 Tasmanische Trüffel-Eine Erfolgsgeschichte?
1999 wurde der erste tasmanische Trüffel (Schwarzer Trüffel-Tuber melanosporum Vitt.) geerntet. Seither hat sich die Produktionsfläche auf etwa 80 Hektar vergrößert.

Die Stieleichen (Quercus robur L.), und die Immergünen Eichen (Quercus ilex L.), mit denen die Trüffel in bevorzugter Symbiose leben,gedeihen auf Tasmanien sehr gut. Das Hauptanbaugebiet liegt um das kleine Städtchen Deloraine, im Norden Tasmaniens. Die Firma Truffels of Tasmania bietet das ganze Know-How zum Trüffelanbau, inklusive dem Training für Hunde zum Aufspüren der edlen Pilze. Die Anbau-Beratung scheint ebenfalls ein florierender Geschäftszweig. Immer neue Produzenten drängen auf den Markt.
Das hat allerdings zur Folge, dass der Kilopreis für frische Trüffel seit 1999 von etwa $4000AUS auf mittlerweile $1500AUS gesunken ist.
Der Begriff Perigord-Trüffel, ein Synonym für den Schwarzen Trüffel, findet nur spärliche Verwendung im firmeneigenen Prospekt. Dies könnte mit Befürchtungen über Urheberrechtsverletzungen zusammenhängen. Die Franzosen protestierten vor einiger Zeit schon erfolgreich gegen die Verwendung des Begriffes Champagner für australische Schaumweine. Von Juni bis September ist Haupterntezeit hier in Tasmanien.


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18.05.2011 Eine Behörde sieht rot
Die Sorgen möchte man gerne haben… Seit einigen Wochen machen ein paar rote Markisen an einem denkmalgeschützen Haus in der Stadtmitte Schlagzeilen. Das stattliche Sandsteingebäude war einst Sitz der Savings Bank. Mittlerweile ist es in Privatbesitz. Die Eigentümer aus Sydney haben es für mehrere Millionen aufwändig restauriert und unter anderem, nach Vorbildern in Paris und New York, mit roten Markisen versehen.
Dies wiederum ist der Denkmalschutzbehörde sauer aufgestoßen, und deren Leiter verlangt die Entfernung jener anstößigen Fassadenzierde. In der Lokalzeitung sowie in unzähligen Online-Foren werden schon seit Wochen heftigst Argumente getauscht. Die Mehrheit, so scheint es, hat Gefallen an den Fenstervorbauten in rot gefunden. Manche sehen eine Bedrohung der persönlichen Freiheit durch eine Behörde, die solch eine Einflussnahme auszuüben bereit ist.
Das Heritage Council hat sich in der jüngsten Vergangenheit in der Tat nicht gerade für sein strukturiertes Vorgehen ausgezeichnet. Einige umstrittene Abrissgenehmigungen für innerstädtische und denkmalwürdige Immobilien wurden kurzerhand erteilt. Kritische Stimmen merken an, dass bei genug Druck der Investoren das Council zu schnell einknickt, während dieselbe Behörde bei Kleinigkeiten (wie die roten Markisen) seine Muskeln spielen lässt. Politisch wird schon über den Schaden spekuliert, den solch eine Debatte für potentielle Investoren auslösen könnte.
Am schönsten hat die ganze Geschichte ein Leser der Zeitung heute morgen in einem Leserbrief zusammengefasst:
MONA Eigentümer David Walsh muss sehr enttäuscht sein. Er hat Millionen Dollar in sein Museum und seine provokante Kunstsammlung investiert, und nun stehlen ihm diese roten Markisen die Show!
David Clark, ein hier ansässiger Musiker, hat sogar schon ein Lied zum Erhalt der Markisen komponiert (Foto).


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25.04.2011 Eine etwas andere Klima-Debatte

Alle reden über das Klima (viele meinen jedoch das Wetter). Urlauber wollen schönes Wetter (am liebsten bei Reiseantritt gleich mit zu buchen). Wie wird das Wetter bei meinem Tasmanien-Besuch, lautet deshalb eine der häufig gestellten Fragen. Selbst Meteorologen sehen sich bei kurzfristigen Wetter-Prognosen oft überfordert (gerade in den hiesigen Breiten, den Roaring Forties).

Anstelle durchschnittlicher Klimawerte und nackter Zahlen habe ich einmal ein kleines Erntedank-Fest mit Produkten aus dem eigenen Anbau inszeniert um zu verdeutlichen, dass die Durchschnittstemperaturen für Tasmanien wesentlich über den z.B. Süddeutschen Werten liegen.
Saisonal betrachtet befinden wir uns im vergleichbaren Übergang von Oktober/November. Die letzten Freiland-Tomaten und Gurken sind geerntet. Frische Zwiebeln, frischer Knoblauch, verschieden Kohlgewächse, Salat, Kräuter; Kartoffeln und Neuseeland-Yam, Schwarzwurzel, Rukola, rote Beete u.v.m. werden bei Bedarf geerntet. Aus dem Foliengewächshaus kommen reife Paprika, Peperoni und Auberginen in verschiedenen Sorten. Tasmanien-Kenner und Liebhaber verzeihen deshalb so manche Wetter-Kapriole im Hochsommer. Hauptsache die Gesamt-Wärmesumme ermöglicht es solch eine Fülle von Produkten anzubauen. Und was den Regen anbelangt, der hat für den Australier sowieso eine ganz andere Bedeutung wie für den Mitteleuropäer.

Dem Urlauber ist damit jedoch nicht geholfen. Selbst der Hinweis, dass man den einzigartigen, temperierten Regenwald auf Tasmanien am besten bei Regen betrachten sollte, stößt selten auf Verständnis.


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21.03.2011 Atomkraft-Nein Danke! Tasmanien gewinnt seinen Strom aus Wasserkraft

Die Debatte um Energie aus Kernkraftwerken hat nach den Vorfällen in Japan auch Australien, bzw. Tasmanien erfasst. Als einer der wichtigsten Rohstofflieferanten für Uran ist Australien mehrfach betroffen.
Das kleine und beschauliche Tasmanien wird nur sporadisch an die Gefahren der Atomkraft erinnert, wenn hin und wieder eines der atomgetriebenen Kriegsschiffe des wichtigsten Verbündeten, nämlich der USA, zu Besuch nach Hobart kommt. Ansonsten darf sich Tasmanien des glücklichen Umstandes erfreuen seine Energie zu 100% aus regenerativen Energiequellen, hauptsächlich Wasserkraft, zu gewinnen.
In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde schon mit dem Bau des Hydro-Electric Commission Scheme begonnen, dass in erster Linie zur Aufgabe hatte Tasmaniens Bergbau-Industrie (Zink-, Kupfer-, und Eisenerz-Schmelzereien) mit günstigem Strom zu versorgen. Dazu nutze man die zahlreich vorhandenen Flüsse und Seen der Western Tiers, jenes Gebirgsmassivs, das sich vom Süden bis in den Nordwesten Tasmaniens zieht. Mit steigendem Energiebedarf, hervorgerufen auch durch privaten Stromverbrauch, hat man sich 2003 dazu entschlossen BassLink zu bauen. BassLink steht für eine Starkstromleitung, die Tasmanien mit dem Festland verbindet. Das 780 Millionen Dollar teure Projekt war umstritten. Das Argument man könne so überschüssigen Strom auf das Festland exportieren brachte die Stimmenmehrheit.
Heute weiß man, dass Experten schon früher Engpässe bei der Energiegewinnung aus Wasserkraft, auf Grund sinkender Niederschlagsmengen und steigendem Strombedarf prognostizierten, und der umgekehrte Fall, nämlich Importe aus überwiegend kohlebetriebenen Kraftwerken vom Festland notwendig würden. Ob es tatsächlich zu Einschränkungen oder Stromabschaltungen gekommen wäre, hätte man BassLink nicht gebaut, ist jedoch fraglich. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Teile des tasmanischen Regierungs-Apparates den in Tasmanien erzeugten Strom über günstige Großabnehmerverträge vom Festland beziehen. In Zeitungs- und Internetforen versuchen sich die Verantwortlichen, angesichts steigender Strompreise für Privatkunden, mehr schlecht wie recht zu erklären.

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22.01.2011 MONA- Museum of Old and New Art offiziell eröffnet
David Walsh, ein tasmanisches Eigengewächs, hat sich seinen Traum erfüllt. Der medienscheue 52jährige, der sein erstes Vermögen mit einem Spielsystem für Black Jack und Poker gemacht hat, konnte heute sein eigenes, privat finanziertes Museum eröffnen. Der Wert seiner Kunstsammlung wird auf 100 Millionen Dollar geschätzt.
Der Museumsneubau, auf seiner eigenen Halbinsel im Derwent River verschlang weitere 60 Millionen Dollar. Der exzentrische Kunstsammler hat nach eigenen Angaben eine Disney Land für Erwachsene bauen lassen. Die Haupthemen: Sex und Tod, welche seiner Ansicht nach die zwei wichtigsten Dinge sind, die das menschliche Dasein bestimmen.
Ob das Publikum Gefallen an seiner Ausstellung findet interessiert ihn wenig. Der Eintritt ist frei. Unumwunden gibt er zu verstehen, dass er im Falle eines Flops das Museum auch alleine nutzen werde. Eines ist für David Walsh jedoch sicher. Die Fundamente des Neubaus befinden sich in nur einem Meter Höhe über dem Wasserspiegel. Sollte die Nachwelt Gefallen an der Sammlung entwickeln, müssen bei steigenden Meeresspiegeln Vorkehrungen getroffen werden, die Sammlung vor dem Ruin zu bewahren. Für alle, die mehr zu MONA erfahren wollen…




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