Maria Island ::

Den Namen Maria Island hat diese kleine, außergewöhnliche Insel im Südosten Tasmaniens der Frau Anthony van Diemens zu verdanken. Abel Janszoon Tasman, der 1642 in der Marion Bay, unweit von Maria Island ankerte, wählte den Namen zu Ehren seines Dienstherren, dem damaligen Gouverneur Batavias, dem heutigen Indonesien.

Tausende von Jahren zuvor siedelten australische Ureinwohner vom Stamme der Tyreddeme auf Maria Island, die mit ihren einfachen Schilfbooten die 2km breite Mercury Passage zwischen Maria Island und Tasmanien überqueren konnten. Die 200jährige weiße Besiedlungsgeschichte ist bis zur heutigen Zeit geprägt von Höhen und Tiefen. Abgesehen von Wal- und Robbenfängern war der französische Seefahrer Baudin einer der ersten Europäer, der 1802 seinen Fuß auf Maria Island setzte. Noch heute zeugen einige Ortsbezeichnungen von diesem französischen Besuch. Dann kamen die Engländer.

1825 wurde eine Strafkolonie errichtet um eine gezielte Besiedlung in Gange zu bringen. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Das Inseldasein schien der Disziplin des Wachpersonals nicht gerade dienlich und die Sträflinge nutzten des öfteren die Gelegenheit zur Flucht. 1850, nach einem weiteren Skandal, W. S. O´Brien, ein irischer politischer Gefangener, hatte ein Verhältnis mit einer Tochter des stellvertretenden Kommandanten, war die Sträflingsära dann beendet.

Dann folgte eine illustre Episode, die bis in das Jahr 1930 reichte. Der italienischer Industrielle, Diego Bernacchi mit seiner Familie, hatte sich Maria Island zu seinem Paradies auserkoren. Mit großem Eifer und viel, viel Geld wurde 1886 eine Siedlung gebaut. Über 3000 Weinstöcke ließ er pflanzen. Es gab ein Hotel, Geschäfte, einen Doktor, kurzum Darlington blühte auf. Die Insel wurde sogar in San Diego umbenannt. Über 250 Leute fanden nun ihr Auskommen, da er zusätzlich ein Zementwerk bauen ließ, und die Politker in Hobart klopften sich ob solch eines Unternehmensgeistes gegenseitig auf die Schultern. Lange währte das Glück allerdings nicht, und schon 1892 war das Unternehmen pleite. Die Bernacchis gingen zurück nach Melbourne und dann nach Europa. Dort hielten sie es allerdings nicht lange aus, und so wurde ein zweiter Versuch gestartet. Doch 1930 war endgültig Schluss, und Bernacchi war auch gesundheitlich nicht mehr in der Lage, das Unternehmen zu führen.

Kurz darauf starb er und die Insel fiel wieder in einen Dornröschenschlaf. So zeugen die architektonischen Überbleibsel von dieser relativ kurzen, aber wechselhaften Geschichte Maria Islands.

Von Middens, den frühesten Siedlungen der Aborigines, über Sträflingsgebäude bis zu einem halb zerfallenen Zementwerk reicht die Palette.


Tagesausflug ab Hobart
Maria Island

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Bishop und Clerk, sowie Mount Maria sind die höchsten Erhebungen auf Maria Island. Eigentlich besteht Maria Island aus zwei Inseln, die durch einen langen Sandstreifen verbunden sind. Der an der ganzen Ostküste vorkommende Granit dominiert auch auf Maria Island. Geologisch viel interessanter sind jedoch die Fossil Cliffs. Vor etwa 290 Millionen Jahren lagerten sich große Mengen von Muscheln und Algen am Meeresgrund ab. Diese komprimierten über Jahrmillionen zu den Fossil Cliffs und zeugen vom größten Artensterben in der Erdgeschichte während des Perm Zeitalters. Vor etwa 80 Jahren bildeten diese den Rohstoff für die Zementherstellung des Herrn Bernacchi.

Die Sandsteinschichten, die sich nach dem Perm im Trias bildeten, erodierten im Laufe der Zeit und lagerten sich in kompakten Schichten an anderen Stellen wiederab. Eisenhaltiges Sickerwasser färbte diese Schichten, die heute wie gemalt aussehen und deshalb auch die Painted Cliffs genannt werden. Sie sind unweit der ehemaligen Strafkolonie zu besichtigen. Auf Maria Island findet sich eine Fülle von einheimischen Tieren, die im Gegensatz zu Tasmanien nicht durch den Straßenverkehr bedroht sind. Dementsprechend verhalten sich diese auch vertrauter in Begegnung mit uns Menschen. Für Tierbeobachtungen ist Maria Island deshalb ein genialer Ort. Wombats, Forester-Kängurus, verschiedene Wallabys, Tasmanische Teufel, Seeadler, Pelzrobben, Honigfresser, verschiedene Eidechsen und Frösche und die Cape Barren Gänse, um nur einige zu nennen, sind dort regelmäßig anzutreffen.

Trockener Eukalyptuswald ist die dominante Vegetationsform auf Maria Island. Dennoch sind an die 600 verschiedenen Pflanzenarten auf dem relativ kleinen Eiland zu finden. Die Palette reicht von verschiedenen Teebaum-Sträuchern und einer Reihe sehenswerten Astern-Gewächsen, bis zu den uns bekannten Flaschenputzer-Sträuchern. Die 200jährige, weiße Besiedlungsgeschichte hat auch hier Spuren hinterlassen und eine Reihe von unerwünschten Pflanzen mit sich gebracht, die das Landschaftsbild verändern.

Maria Island ist nur mit dem Boot oder mit dem Flugzeug erreichbar. Mit dem Auto fährt man eine Stunde von Hobart aus nach Triabunna. Von Triabunna gibt es ein Fährunternehmen, welches in den Sommermonaten zweimal pro Tag Besucher nach Maria Island hin und zurück bringt. Die Überfahrt mit der Fähre dauert etwa 40 Minuten (einfache Strecke).

Mit dem Flugzeug dauert es nur 20 Minuten vom Flughafen Hobart nach Maria Island. Zudem bietet der Flug herrliche Aussichten auf die Tasmanische Halbinsel, die Marion Bay (Landungstelle von Abel Janszoon Tasman im Jahre 1642), die berühmt berüchtigte Tasmanische See und natürlich auf Maria Island selbst (siehe Fotogalerie). Ab zwei Personen lohnt sich schon ein Kostenvergleich!

Maria Island muss man sich erwandern. Neben den mehrstündigen, oder mehrtägigen Wanderungen, bietet sich bei der Flugvariante eine kleine Wanderung vom Ende der Landepiste über die Fossil Cliffs und die ehemalige Strafkolonie an. Die Luftaufnahme zeigt die einfach zu begehende, etwa 4km lange Strecke. Auf der kleinen Wanderroute liegen schöne Aussichtspunkte und es sind zahlreiche Tierbeobachtungen möglich.

Im Preis inbegriffen ist ein Gourmet-Picknick mit ausgesuchten tasmanischen Produkten, wie Brot, Käse, Obst und Wein.

Fotogalerie Tagesausflug Maria Island Tasmanien ::
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