Flinders Island-Ein Fisch geht auf Reise ::

Was macht der Reiseleiter im Urlaub? Richtig, er erkundet neue Reiseziele für seine Kundschaft. So geschehen über Ostern 2011 in Form eines Ausfluges auf Flinders Island.

Ein stabiles Hochdruckgebiet über der australischen Bucht ermöglichte einen komfortablen Hin- und Rückflug in der gecharterten Cessna, inklusive der ganzen Familie.

Flinders Island ist die flächenmäßig größte, der zur Furneaux-Gruppe gehörenden Insel in der Bass Strait. Sie liegt etwa in der Mitte der Strecke Hobart-Melbourne. Etwa 90 Flugminuten benötigt man in der viersitzigen Cessna für die Strecke Hobart-Whitemark, auf Flinders Island.

Auf der 51 qkm großen Insel leben ungefähr 900 Einwohner. Landwirtschaft, Fischfang und etwas Tourismus bestimmen den wirtschaftlichen Teil des Inseldaseins. Ansonsten gehen die Uhren noch etwas langsamer als auf dem schon beschaulichen Festland Tasmanien.

Nach etwa 300 km mit dem Leihwagen, kreuz und quer über die meist aus grobkörnigem, weißen Sand gebauten Naturstraßen, haben wir Whitemark das Prädikat Hauptstadt verliehen. Ein Hotel, ein Bäcker, ein Metzger, ein Lebensmittelladen, eine Tankstelle, eine Autoreparaturwerkstätte zwei Cafes, die Inselverwaltung und die Nähe zum Flughafen sind die unstrittigen Kriterien für diese Auszeichnung.

Hat man sich erst einmal mal mit den etwas veralteten Prospekten und den scheinbar willkürlich gewählten Öffnungszeiten einzelner Etablissements vertraut gemacht, eröffnet sich dem Besucher die ganze Schönheit dieser kleinen, aber landschaftlich sehr abwechslungsreichen Insel.

Die großen, mit orangefarbenen Flechten überzogenen Granitfelsen sehen im Kontrast zum Blau des Himmels und des Meerwassers wie gestrandete Urzeit-Tiere aus. Überhaupt erscheinen die Farben noch intensiver im Vergleich zur vielgepriesenen Bay of Fires, an der Ostküste Tasmaniens.

Im südlichen Teil bildet der Mount Strzelecki das landschafts- und manchmal wetterprägende Element. Der etwa 750 hohe Granitblock im gleichnamigen Nationalpark ist zusammen mit Trousers Point am Fuße des Berges eine der Sehenswürdigkeiten auf Flinders.

Fährt man auf der Hauptpiste Richtung Norden gibt es einige Abzweigungen, die an weitere Traumstrände an der Westseite von Flinders Island führen. Bei Emita kann man eine ehemalige Missionarsstation besuchen, in der eine kleine Gruppe tasmanischer Ureinwohner von 1833-1848, die den Genozid bis dahin überlebt hatte, untergebracht war.

Palana besteht aus einer Handvoll Häusern und liegt an der gleichnamigen Bucht. Wer hier lebt braucht keine Uhr, und wahrscheinlich auch keinen Kalender.

In der Bucht von Killiecrankie weiter nördlich, kann man nach Edelsteinen, den sogenannten Killiecrankie Diamonds (Topaz) suchen. Noch immer trifft man Zeitgenossen, ausgestattet mit Schaufel, Sieb und jeder Menge Zuversicht.

Der North-East River ist der nordöstlichste Punkt von Flinders und gilt als gutes Fischrevier. Dort endet auch die Straße. An einem klaren Tag hat man einen Blick auf die vielen kleineren Inseln wie Sister Island, Craggy Island oder Deal Island, nur um ein paar zu nennen. Sie bilden die letzten sichtbaren Überreste der einstigen Landbrücke zwischen Tasmanien und dem Festland Australien. Von diesem Punkt aus sind es nur noch 180 Nautische Meilen, oder 330 km bis Melbourne.

Unsere 3-Tage Flinders Island Erkundungstour endet am Strand bei Troussers Point. Vincent landet einen kapitalen Black Back Salmon, der sicher verstaut in der Kühlbox den Rückflug mit uns antritt, und beim Abendessen zurück in Hobart den schönen Gesamteindruck abrundet.

Fazit:

Wer bereit (oder reif) ist Zeit und Raum in den Hintergrund zu stellen und sich mit Haut und Haaren auf Flinders einzulassen, der wird reichlich belohnt. Tasmanien selbst ist nicht gerade für seine Horden von Touristen bekannt. Flinders Island ist jedoch die Essenz eines Individual-Urlaubes in absolut faszinierender Landschaft.

Man verzeiht den "Locals" gerne ihre Auffassung von Service. Mit Hektik und aufgesetztem Getue funktioniert hier nichts. Der Metzger packt ein paar Extra-Wallabyschnitzel für uns ein, da man hier auf Flinders, wie er versichert, nach seinen Kunden schaut. Beim Autofahren winkt man dem entgegenkommenden Fahrzeugführer zu.
Man könnte sich angesichts einer solch kleinen Kommune ein Paradies im Bezug auf lokale Produkte wie Fisch, Fleisch und Gemüse usw. vorstellen. Doch leider überwiegt die Insel-Lethargie, und man gibt sich mit dem Standard zufrieden.



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