Tahune Airwalk

Wer nach Tasmanien kommt sucht kein aufregendes Nachtleben einer Großstadt. Für reine Sonnenanbeter und Strandurlauber ist Tasmanien eventuell auch nicht der richtige Ort. Dafür bietet Tasmanien einzigartige Naturerlebnisse.

Eines davon ist der Tahune Airwalk nur ca. 90 Autominuten von Hobart entfernt. Die Besucher-Broschüre weist als Hauptattraktion einen Steg in Form einer Stahlkonstruktion von ca. 600m Länge aus, der im Schnitt in 20m Höhe über dem Erdboden verläuft und in einem freitragenden Ausleger in 46m Höhe endet. An dieser Stelle hat man einen herrlichen Blick auf den Zusammenfluss von Huon und Picton River. Die nur auf Tasmanien vorkommenden Baumarten, wie z.B. Celery Top Pine, Phyllocladus aspleniifolius (Labill.) Hook.f., oder Leatherwood, Eucryphia lucida (Labill.) Baill. stehen in unmittelbarer Nähe des Steges und können aus ungewohnter Perspektive betrachtet werden.
Die größten Laubbäume der Erde, die Sumpf-Eukalypten, Eucaluptus regnans F. Muell., sind dort ebenfalls stark vertreten. Ihre Dimensionen werden dem Betrachter erst richtig bewusst, wenn man realisiert hat, dass man sich auf 20m Höhe über dem Erdboden befindet und erst ein Drittel ihrer gesamten Höhe erreicht hat. Im Jahre 2005 hat man nur 5km weit entfernt vom Airwalk den größten Sumpf-Eukalyptus mit 105m Höhe entdeckt.
Der relativ kurze Airwalk, zwischen den gigantischen Eukalypten und über den majestätisch anmutenden Baumfarnen mit ihren bis 3m breiten Trichtern, lässt sich nach Wunsch auf eine fast einstündige Rund-Wanderung entlang des Huon und Picton Rivers ausdehnen. Dabei überquert man den Huon, sowie den Picton River auf zwei Hängebrücken, die einen herrlichen Blick auf diese beiden Flusstäler ermöglichen. Entlang dieser einfach zu begehenden Route finden sich viele typische Pflanzen, die nur auf Tasmanien vorkommen. So z.B. der Horizontal, Anodopetalum biglandulosum (Hook) Hook.f., Native Laurel, Anopterus glandulosus Labill., Native Plum, Cenarrhenes nitida Labill. sowie einige der endemischen Orchideen zur Hauptblütezeit im Frühjahr.

Die eigentliche Hauptattraktion sind jedoch die Huon Pines, Lagarostrobos franklinii, (Hook f.) Quinn , die hier am Naturstandort entlang des Huon River zu finden sind. Von Hobart aus gesehen ist dies die beste Gelegenheit diese nur auf Tasmanien vorkommende Nadelbaumart in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. In der tasmanischen Zivilisationsgeschichte ab 1820 hat diese, zu den Zypressengewächsen zählende Baumart, einen großen Anteil. In der frühen, englisch geprägten Entwicklungsgeschichte Tasmaniens war das Holz der Huon Pine, neben den ersten Edelmetallen, der wichtigste Rohstoff, der eine Erschließung dieser einst unwegsamen Insel lohnenswert erscheinen lies. Die Geschichte der Piners und Miners ist in dem Buch The Huon Pine Story, von Gary Kerr und Harry McDermott, gut dokumentiert .
Huon Pines tragen noch heute, in einigen Gebieten im Westen (z.B. in Strahan), zum Lebensunterhalt der dort lebenden Bevölkerung bei. In Strahan befindet sich neben einer noch intakten, historischen Sägerei, die Huon Pine verarbeitet, ein Umschlagplatz über den Huon Pine Rohware versteigert wird. Die Baumart steht mittlerweile unter absolutem Schutz und darf nicht mehr geschlagen werden. Lange galt sie als ausgestorben. Mit jedem Hochwasser transportieren die Flüsse wie der Huon River im Süden, oder der Gordon River im Westen Huon Pine Totholz aus längst vergangenen Epochen, welches von zertifizierten Unternehmen gesammelt werden darf.
Die besonderen Eigenschaften des Holzes machen die Huon Pine so wertvoll. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist so hoch, dass kein Organismus das Holz zerstören kann. Lediglich im Bereich der Rinde kommt es zu Zersetzungsprozessen. Deshalb ist es überhaupt möglich und lohnenswert, diese meist Jahrzehnt, oder Jahrhundert alten Totholzbestände zu verarbeiten. Huon Pines haben ein durchschnittliches Dickenwachstum von nur etwa 1mm pro Jahr. Bei Künstleren, Kunstschreinern und vor allem bei Bootsbauern steht dieses Holz, wegen dessen besonderen Eigenschaften, hoch im Kurs. Die Piners konnten um 1825 auf große Bestände lebender Exemplare zurückgreifen, die entlang der großen Flüsse im Süden und Westen wuchsen. Die zweite große Abholzungswelle erfasste jene Huon Pines, die weiter entfernt der Flüsse und somit der Haupttransportwege standen. Der Transport dieser Bäume zu den Flüssen erfolgte unter schwersten Bedingungen mit einfachsten Mitteln und war sehr gefährlich.
England hatte in seiner jungen tasmanischen Kolonie nicht nur die produktivsten Schiffswerften aller damaligen Kolonien, sondern gleichzeitig mit der Huon Pine auch das beste Material für den Schiffsbau. Dies erklärt unter anderem die Vormachtstellung der Briten im südpazifischen Raum in jener Zeit.

Zwei bis drei Stunden sollte man sich für den Tahune Airwalk Zeit nehmen. Ein gemütliches Mittagessen im dortigen Cafe, oder entlang der abwechslungsreichen Route über Huonville, Franklin und Geevston sind mit eingeschlossen. In Franklin besteht außerdem die Möglichkeit eine kleine Schiffswerft zu besichtigen, die sich unter anderem auf den Bau von Huon-Pine Booten spezialisiert hat. Rundgänge in der Werkstatt sind möglich. Einige fertige, oder im Bau befindliche Huon Pine Boote sind dort immer zu sehen. Der Tagesausflug umfasst die Abholung am Hotel oder einem Ort nach freier Vereinbarung in Hobart, Transport zum Airwalk und zurück, Eintrittspreis, Mittagessen inklusive nicht-alkoholischer Getränke, sowie informative Interpretation der besuchten Orte.





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